WE WHO DO NOT BELONG

SoKo Jena

Movement & Sound
Shona / Englisch
~ 60 Min., 16+

Die Bühne ist mit Absperrband abgegrenzt – eine zerbrechliche, greifbare Grenze. Dahinter liegen die Überreste von Leben: aufgerissene Koffer, zerstreute Kleidung, zurückgelassen. Videoprojektionen zeigen Migranten auf überfüllten Booten, andere wandern tagelang durch karges Land.

SoKo Jena reist mit ihnen. Er bewegt sich eindrucksvoll über die Bühne, schwebt in zähflüssiger Luft, als würde er schwimmen oder sinken. Eine stürmische Klanglandschaft bricht auf aus klassischer Musik in Nachrichtenberichte und politische Rhetorik, alles überlagert von einem erschütternden, menschlichen Wehklagen. Ein Meer aus Rettungsdecken über afrikanischen Körpern – manche warm, andere längst kalt – „wir schaffen es oder wir sterben“. Jenas Werk, das traditionelle simbabwische Performance und zeitgenössischen Tanz verwebt, inszeniert eine unbezähmbare migrantische Haltung: ohne Reue, den Status quo zu durchbrechen, und mit dem Beharren auf der Würde der Migrant*innen. WE WHO DO NOT BELONG stellt die Migration nicht als westliche Krise dar, sondern als eine menschliche Existenz, die durch jahrhundertelange koloniale Verstrickungen und globale Ungleichheit geschaffen wurde. Diese immersive Erfahrung betrifft uns alle und führt uns, in den Worten von Mwenya B. Kabwe, „an die Grenzen der verbalen Sprache beim Erzählen von Migrationsgeschichten und macht so das Unaussprechliche sichtbar“. An dem Ufer, an dem die Wellen der Trauer brechen, setzt die Hoffnung ihren Fuß auf eine neue Welt.

Text: Balindile ka Ngcobo für das FAVORITEN Festival

Veranstaltungsort

domicil
Hansastraße 7 -11
44137 Dortmund

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Mitwirkende

Von und mit: SoKo Jena

Über die Künstler*innen

SoKo Jena ist ein simbabwischer Choreograf, Performer und Sänger, der mit Bewegung, Klang und somatischer Recherche arbeitet. Mit seiner künstlerischen Praxis widmet er sich Migration, Identität und Erinnerung. Er bezieht Rhythmus, Stimme und die traditionellen Wissenssysteme Simbabwes ein und schafft so immersive, interdisziplinäre Performance-Erlebnisse.

Hinweise

Inszenierung behandelt sensible Themen wie Migration, Vertreibung und politische Rhetorik. Bezüge zu Gewalt und emotional belastenden Situationen, Archivtonaufnahmen von politischen Persönlichkeiten
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