queering of age
feige glanz & fervor
Der letzte Festivaltag lädt ein zum queersten Sleepover, den du je erlebt hast. Mach es dir gemütlich bei der intimen Relaxed Performance queering of age und lausche autofiktionalen Geschichten von feige glanz & fervor – über Queerfeindlichkeit, das Ringen mit Herkunftsfamilien und lustvolles Begehren zwischen Westdeutschland und dem Süden Brasiliens. Aus den Performer*innen werden kurzzeitig deine best friends, die durch ihre Vulnerabilität dazu einladen, auch mit dir selbst zärtlich zu sein.
Zwischen Gespräch, Schauspiel und literarischen Fragmenten verweben sich verschiedene Lebensrealitäten, Sprachen und Perspektiven. Es ist ein Abend, der Nähe wagt: ehrlich, verletzlich und manchmal unbequem. Gerade in Zeiten zunehmender queerfeindlicher Gewalt sticht diese Produktion hervor: Sie öffnet einen Raum für das, was oft unsichtbar bleibt – und für das, was gesagt werden muss.
Queering of age richtet sich an alle, die mitten in einer Pubertät stecken oder melancholisch darauf zurückblicken wollen – oder bereit sind, eine neue zu beginnen. Und an alle, die Lust haben, popkulturelle heteronormative Erzählungen der 2000er aus queerer Perspektive für sich zu beanspruchen und neu zu erleben. Und falls ihr denkt, das gehe euch nichts an: kommt doch einfach vorbei. Ihr werdet vielleicht überrascht, wie sehr ihr dazugehört.
Text: Thusnelda Marín Jungmann für das FAVORITEN Festival
Veranstaltungsort
Theater im Depot
Immermannstraße 29
44147 Dortmund
Mitwirkende
Performance, Regie, dramaturgische Komposition: Marina Fervenza, Mareike Fiege und Cosmo Glanc // Bühne- und Kostümbild, Inside Eye: Dženny Samardžić //
Produktion: feige glanz & fervor // Technische Betreuung, Sound Design, Outside Eye: Vito Oliveira Azevedo // Social Media, Grafik: Studio Flitzi // Dramaturgische Beratung: Rika Sakalak // Beratung Relaxed Performance: Lea Gockel
Über die Künstler*innen
feige glanz & fervor arbeitet an der Schnittstelle von Text, Raum und Erinnerung, mit Fokus auf queeren Perspektiven und intersektionaler Zugänglichkeit. Das Kollektiv wurde von den Theatermacher*innen Cosmo Glanc, Mareike Fiege und Marina Fervenza gegründet. Mit den Mitteln von Textarbeit, Schauspiel, Sozialer Arbeit und Literatur vereinen die Drei verschiedene Körperlichkeiten, kulturelle Hintergründen und Sprachen – auch künstlerisch.
Hinweise
Förderung
queering of age von feige glanz & fervor ist gefördert im Rahmen von west off 2025 -Theaternetzwerk Rheinland durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln, sowie im Rahmen von KUNST.DIVERS, ein Programm des Kulturbüros Dortmund, in freundlicher Kooperation mit dem Fritz-Henßler-Haus.
Ausführliche Hinweise zur Performance:
Sensorische Reize:
Visuelle Reize
● Lichtwechsel sind eher langsam und mit weichen Übergängen von hell zu dunkel oder umgekehrt
● Fernseher im Bühnenbild zeigen teilweise Videofilme und manchmal Störsignale mit langsam pulsierendem Effekt.
● Es gibt Szenen, in denen ein Video auf das Bühnenbild projiziert wird, die mit Handkamera gefilmt sind und leicht wackeln
● Es gibt in der zweiten Hälfte des Stückes eine Projektion, die wie schimmerndes Wasser wirkt
● Es gibt Szenen, in denen die Bühne nur indirekt durch Videoprojektionen oder Lampen auf der Bühne beleuchtet ist
● In einer Szene ist die Bühne kurz sehr dunkel
● In einer Szene gibt es für einen Moment leicht pulsierende bunte Lichter
Akustische Reize
• Plötzliches Singen von Popsongs einmal ohne Musik Intro, oft mit musikalischem Intro
• Slow-Motion-Soundeffekt wie im Film
• Es gibt Szenen, in denen die Performer:innen sprechen, während Musik läuft
• Rascheln von Plastikverpackungen und Kaugeräusche
• In einer Szene kommt Sprechen mit Süßigkeiten oder Pizza im Mund vor
• Wenn die Bühnenelemente benutzt werden, kann es knarzende, quietschende Geräusche geben.
• Es gibt in der zweiten Hälfte eine Szene mit tropfenden Geräuschen im Hintergrund
Interaktion/ Erwartung ans Publikum
• Das Publikum wird manchmal angesprochen, darauf wird keine Antwort oder Reaktion erwartet
• Es gibt Momente, in denen Anregungen gegeben werden, z.B. sich am Platz zu bewegen oder die Augen zu schließen; dies ist kein Muss.
Inhaltliche Hinweise:
Szenen beschäftigen sich mit:
• Entfremdung zur sogenannten Herkunftsfamilie.
• dem Gefühl, zwischen zwei kulturellen Welten zu leben.
• Internalisierte Schamgefühle im Bezug zum eigenen Queersein.
• explizite sexuelle Handlungen wie z.B. Küssen werden beschrieben und Erfahrungen damit geteilt.
Thematisiert wird:
Transfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit, Gay panic, Late bloomer-Dasein.
In einer Szene wechseln die Performer:innen das Kostüm im hinteren Bereich der Bühne. Sie sind in diesem Moment kurz unvollständig bekleidet.
Die Performance thematisiert Mastektomie im Kontext von Trans-Sein. In einer Szene zeigt ein:e Performer:in their Post-Mastektomie-Oberkörper.
Interaktion/ Erwartung ans Publikum:
• Das Publikum wird manchmal angesprochen, darauf wird keine Antwort oder Reaktion erwartet
• Es gibt Momente, in denen Anregungen gegeben werden, z.B. sich am Platz zu bewegen oder die Augen zu schließen; dies ist kein Muss.
Barriere-Freiheit:
Das Stück ist als Relaxed Performance gestaltet – das heißt: Du darfst dich bewegen, rausgehen, wieder reinkommen, sitzen, liegen oder stehen – so, wie es für dich passt.
• Du kannst zwischen Stühlen, Sitzsäcken, Yogamatten oder Kissen wählen.
• Early Boarding: Etwa 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn könnt ihr den Bühnenraum betreten, euch in Ruhe umsehen, Fragen stellen oder euch schon einen Platz suchen.
● Ein Awareness Team begleitet die Vorstellung und es werden Social Scripts mit detaillierten Angaben zu Reizen und Content Notes zur Verfügung gestellt.